Unsere Mission: erster US-Beef-Ambassador Deutschlands werden

Unterwegs im Wilden Westen Amerikas

Und dann kam sie: die Mission, die Reise, ein gemeinsames Ziel. Erster US-Beef-Ambassador Deutschlands werden. Anfang September machten wir uns auf ins malerische Colorado/USA. Schon bei der Ankunft merkten wir – das wird etwas ganz Großes. Unendliche Weiten, Natur pur und so viele herzliche Menschen erwarteten uns in Denver.

OK, wir haben schon viel US-Beef-Wissen, aber wir wussten, da geht noch mehr! Aufzucht, Futter, Cuts-Training und eine intensive, mehrtätige US-Beef-Schulung standen uns bevor. Es war harte Arbeit und Spaß pur 😊

Tag 1 – 03. September 2018

Ganz entspannt kamen wir nach 12 Stunden Flug in Denver an. Hier und da gab es ein paar kleine Luftwackler. Wer US-Beef-Ambassador werden will, muss da durch. Der erste Tag hatte es auch schon in sich: Horse Trail Riding auf der Sylvan Dale Ranch am Rande des Rocky Mountain National Parks. Wir hatten absolut keine Erfahrungen im Reiten. Da standen also drei gestandene Männer vor diesen edlen Tieren und saßen zum ersten Mal auf einem Pferd. Und dann ging es nicht einfach durchs flache Land, sondern direkt zu den Rindern in den Rocky Mountain Foothills. Angst? No way! Respekt? Auf jeden Fall! Gemeinsam mit den leidenschaftlichen Ranchbetreibern ritten wir auf der 3.200 Hektar Ranch. 50-60 Rinder beherbergt die Sylvan Dale Ranch. Alle sind zu 100% grass-fed – sprich keine Hormone oder Antibiotika. Das war schon sehr beeindruckend – diese Kulisse nahe der Rockys. Doch das Highlight kam, als wir endlich unser Ziel erreichten: ein Original Chuckwagon Rib-Eye BBQ. Am Grill stand natürlich der Hausherr selbst – ein waschechter Cowboy mit weißem Bart, Karohemd und großem Hut mit breiter Krempe. Das BBQ: Steaks, wohin das Auge reiche! Und wir waren im Rib-Eye-Himmel! So lässt sich der Tag doch gut ausklingen. Videos und Rezepte zu Rib-Eye & Co. gibt´s hier.

Tag 2 – 04. September 2018

Natürlich haben wir nach dem ersten intensiven Fleisch-Tag unsere Mission „US-Beef-Botschafter“ nicht aus den Augen verloren. Denn heute ging es ans Eingemachte. Beef- und Cut-Training stand auf dem Programm. Als erstes besuchten wir ein fleischverarbeitendes Unternehmen in Denver und haben ausführlich über Aufzucht, Herstellungsprozess und Zuschnitte gesprochen. Anschließend ging es zum US-Beef-Cuts Training mit dem renommierten Koch Jay McCarthy in der Cook Street School of Culinary Arts in Denver Downtown. Cuts, Zerlegung von Nacken und Schulter, unterschiedliche Garmethoden und ganz viel Theorie hatte Jay für uns dabei – eben richtige Steakkunde.

Secondary Cuts = 2. Klasse? NO WAY!

Jeder kennt wahrscheinlich die klassischen Cuts wie Filet, Rumpsteak, Rib-Eye oder T-Bone. Aber es gibt noch so viel mehr zu entdecken. Die Special oder auch Secondary Cuts sind definitiv genauso lecker. Alleine diese wohlklingenden Namen wie Chuck Roast, Petite Tender oder Tri Trip lassen einem doch das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ein großes und wichtiges Thema war die nachhaltige und ganzheitliche Verwertung des Tieres. Mit besonderen Zuschnitttechniken schafft Jay McCarthy es, dass wenig Fleisch-Abschnitte anfallen und so möglichst viel vom gesamten Tier genutzt werden kann. Keine Theorie ohne das praktische Fleisch-Genusserlebnis! Vorab können wir schon sagen: Gaumenfreuden pur! Das Fleisch war saftig, zart und komplett ohne Gewürze. Zubereitet wurden die Cuts sowohl in der Pfanne als auch auf einem 800 °C Oberhitzegrill. Und was geschmacklich besser war? Jeder hat natürlich seine eigenen Vorlieben, aber der Grill war schon sehr gut. Mein Favorit ist das Flat Iron – saftig durch seine hohe Marmorierung und einfach so zart!

Tag 3 – 05. September 2018

Am Rande von Denver wollten wir uns heute wieder Rinder in freier Natur anschauen. So war jedenfalls die Theorie. Die Praxis sah anders aus. Wir kamen an und sahen Weide – nur Weide. Von den Angus- und Charolais-Rindern fehlte jede Spur! Über 20 Minuten mussten wir fahren, um die Cattles zu sehen. So weit und grün war das Land.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Beef-Trainings. Jay erklärte uns alles rund um das perfekte BBQ – von Grillmethoden über low & slow BBQ bis hin zur perfekten Fleischwürze.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 4 – 06. September 2018

Nach unserem Frühstück machten wir uns direkt auf den Weg zum Schulungsvortrag von den Fleischexperten der IMI Global. Thema war hier: Wo kommt das Fleisch her? Speziell gingen die Experten auf die Rindfleischindustrie in den USA ein und die Beefproduktion für den europäischen Markt. In die EU darf nur Rindfleisch von Tieren eingeführt werden, die gemäß des NHTC-Programmes (Non-Hormone Treated Cattle programm) aus einer hormonfreien Aufzucht stammen.

Die Abschlussprüfung oder Kochen gegen die Besten

Steaks grillen – das können wir. Wenn das Feuer lodert und die Kohle knistert, sind wir in unserem Element. Doch richtig kochen gegen Profi-Köche in einem Wettbewerb? Das ist schon eine andere Hausnummer. Auf gings – Ärmel hochkrempeln und Challenge accepted! 1,5 Stunden hatten wir Zeit, um die Köche und die Jury von unserem Gericht made in Germany zu überzeugen. Das war harte und schweißtreibende Arbeit. Die Töpfe klapperten, das Wasser kochte auch mal über und wir schnibbelten, was das Messer hergab. Unser Resultat: Semerrolle Steak mit Kartoffelstampf und Gemüseomlette. Reihum bewerteten die Profis und die Jury alle Gerichte und wir waren auf einmal überrascht und sprachlos. Unser Gericht (und damit unsere Kochkünste😉) wurde von allen Teilnehmern als Bestes ausgezeichnet! Mit stählender Brust nahmen wir anschließend unser Zertifikat zum US-Beef-Ambassador entgegen.

  

Tag 5 – 07. September 2018

An unserem letzten Tag in Denver haben wir gleich zwei Touren gemacht: Eine Food Scene-Tour und eine Butcher-Tour. Mit einem Blick hinter die Kulissen besichtigten wir verschiedene Restaurants von mexikanisch über mediterran bis hin zu Beef! Das war wirklich ein einmaliges Erlebnis. Denver ist mit seinen über 600 kulinarischen Angeboten definitiv einen Food-Besuch wert! Für uns natürlich ebenso interessant und wertvoll war die Butcher-Tour. Wir bekamen einen guten Eindruck, wie Fleisch in Amerikas Metzgereien angeboten und verkauft wird. Dort werden viele unterschiedliche und auch seltene Cuts ausgelegt und nicht wie hier in Deutschland nur die Klassiker Filet, Rumpsteak und Roastbeef.

Mit vielen unglaublichen Beef-Impressionen und unserem US-Beef-Ambassador Zertifikat stiegen wir in unseren Flieger back home to Germany. Wir kommen gerne nochmal wieder!

 

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